Wie werden Linsenimplantate eingesetzt?

Bei der Linsenimplantation wird durch einen winzigen Schnitt am Rand der Hornhaut entweder eine Kunstlinse zusätzlich eingesetzt oder die natürliche Linse des Auges durch eine künstliche Linse ersetzt. Dank der ausgezeichneten Bioverträglichkeit hält die Linse ein Leben lang.

Linsenimplantation – die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • Zielsetzung: Korrektur von starken Fehlsichtigkeiten und Behandlung von Grauem Star
  • Wer is geeignet? Besonders für Patienten mit starker Fehlsichigkeit mit dünner und/oder verkrümmter Hornhaut und bei Grauem Star
  • Behandlungsmethode: Einsatz einer Kunstlinse zur eigenen Linse oder anstelle der eigenen Linse
  • Behandlungsdauer: ca. 20 Minuten pro Auge
  • Klinikaufenthalt: ambulanter Eingriff mit örtlicher Betäubung durch Tropfenanästhesie
  • Gesellschafts- und Arbeitsfähigkeit: Schon am Folgetag der OP können normale, moderate Alltagsaktivitäten durchgeführt werden.
  • Endgültiges OP-Ergebnis: Verbesserte Sehleistung schon ab Folgetag der OP und endgültiges Ergebnis innerhalb von 4 Monaten
  • Kosten: Linsen-OPs unterliegen vielen individuellen Kostenfaktoren – die Preisspanne beginnt bei ca. 1.700 € / Auge

Wann sollten Sie sich für ein Linsenimplantat entscheiden?

Wenn eine Augenlaser-OP nicht möglich ist, dann ist die Linsenimplantation eine Alternative. Mit ihr können extrem starke Sehschwächen sowie verschiedene Fehlsichtigkeiten gleichzeitig korrigiert werden – auch bei dünner und/oder verkrümmter Hornhaut sowie Grauem Star.

Linsenimplantation – Wann ist ein Linsenimplantat die richtige Alternative zur Brille?

Lange Zeit waren die Brille und später auch die Kontaktlinse das Mittel der Wahl, um eine Sehschwäche wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und/oder eine Hornhautverkrümmung auszugleichen. Um endlich wieder scharf sehen zu können, bietet die moderne Augenheilkunde heute jedoch weitaus mehr Möglichkeiten. Mit Entwicklung und Einführung der refraktiven Augenchirurgie Ende letzten Jahrhunderts können Sehschwächen des menschlichen Auges nun sicher, wirksam und schnell minimal operativ korrigiert werden.

Bereits Millionen von Menschen weltweit haben heute ihren Sehfehler mithilfe eines refraktiven Eingriffs erfolgreich korrigieren lassen. Dabei sind die verschiedenen Verfahren zur operativen Behandlung von Fehlsichtigkeiten umfangreich klinisch erprobt und längst wissenschaftlich etabliert. Sehr zuverlässig und mit einer geringen Komplikationsrate ist die operative Korrektur selbst bei Alterssichtigkeit, extremer Fehlsichtigkeit oder Grauem Star mit einer Linsenimplantation möglich.

Sie erhalten in diesem Ratgeber alle wichtigen Informationen sowie spannende Einsichten rund um das Thema Linsenimplantationen. Wenn Sie auf der Suche nach einer dauerhaften Alternative zu Brille und Kontaktlinsen sind, dann finden Sie hier die Antworten auf Ihre Fragen. In diesem Ratgeber kommt jeder zu Wort: sowohl Fachärzte und Experten auf dem Gebiet der Augenheilkunde als auch Behandelte mit ihren persönlichen Erfahrungen.

Augenchirurgie – Was versteht man unter refraktiver Chirurgie in der Augenheilkunde?

In den letzten Jahren hat die refraktive Chirurgie einen festen Platz in der Augenheilkunde eingenommen, da Sehschwächen wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmungen und/oder Alterssichtigkeit zuverlässig und sicher dank der unterschiedlichen Methoden korrigiert werden können. Alle diese Methoden zur Korrektur einer Sehschwäche werden unter dem Oberbegriff „refraktive Chirurgie“ zusammengefasst.
Grundsätzlich bietet die refraktive Augenchirurgie zwei Arten, die Brechkraft des Auges zu behandeln:

1. Augenlaserbehandlungen – Korrektur der Fehlsichtigkeit durch Behandlung der Hornhaut mit einem Laser
2. Linsenimplantationen – Korrektur der Fehlsichtigkeit durch Einsatz einer künstlichen Augenlinse

Egal, welche Methode der Augenchirurgie zur Korrektur der Sehschwäche gewählt wird – alle medizinischen Arten haben das gemeinsame Ziel, Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinse weitestgehend zu ersetzen.
Um genau zu verstehen, wie die refraktive Chirurgie funktioniert, betrachten wir zunächst, was für eine Rolle die sogenannte Brechkraft des Auges für unser scharfes Sehen spielt. Einfach erklärt, kann man nicht mehr scharf sehen, wenn das Auge nicht mehr in der Lage ist, das einfallende Licht richtig zu brechen. Dann liegt eine Sehschwäche vor.

Und so funktioniert unser Auge:
Die ins Auge einfallenden Lichtstrahlen vereinigen sich durch die Brechkraft der Hornhaut sowie der Augenlinse. Und dadurch wird auf der Netzhaut in unserem Auge ein scharfes Bild erzeugt. Bei einer Sehschwäche kann aber das fokussierte Bild nicht mehr exakt auf der Netzhaut abgebildet werden. Sondern der Abbildungspunkt liegt bei Kurzsichtigkeit vor der Netzhaut und bei Weitsichtigkeit hinter der Netzhaut, sodass auf der Netzhaut selbst die Abbildung unscharf ist.

Durch die moderne Augenchirurgie wird diese Fehlsichtigkeit der Hornhaut durch Augenlasern oder durch Linsenimplantate korrigiert.

Anwendungsgebiete – Für wen eignen sich Linsenimplantationen?

Trotz stetiger Weiterentwicklung und technologischer Perfektionierung der Augenlaser-Behandlungen, stoßen sie bei bestimmten Sehfehlern und Augenerkrankungen an ihre Grenzen. Und für diese Fälle stellt die Implantation einer Kunstlinse eine neue Perspektive zur Behandlung dar. Bei diesen Fehlsichtigkeiten bzw. Augenerkrankungen stellt die Linsenimplantation eine alternative Therapie dar:

  • Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)
  • Grauer Star oder Katarakt
  • Hohe Fehlsichtigkeit bei zugleich sehr dünner Augenhornhaut
  • Starke Fehlsichtigkeit kombiniert mit verkrümmter Augenhornhaut

Mit einer Linsenimplantation können selbst gravierende Sehschwächen von -25 bis +14 Dioptrien korrigieren. Durch Einsatz einer künstlichen Linse können diese optischen Mängel auch bei sehr dünner und/oder verkrümmter Hornhaut sowie bei trockenen Augen behandelt werden. Ebenfalls eignet sich dieses Verfahren hervorragend für Personen über 40 Jahren mit eintretender Alterssichtigkeit (Presbyopie), da die natürliche Linse mit zunehmendem Alter an Flexibilität verliert. Für die Augenerkrankung des Grauen Stars (Katarakt bzw. Linsentrübung), bei der sich die sonst klare Linse zunehmend trübt, ist der Einsatz einer künstlichen Linse die einzige Therapiemöglichkeit zur effektiven Behandlung.

Methoden – Welche Arten von Linsenimplantationen gibt es?

Je nach Sehschwäche, Augenerkrankung oder Alter werden unterschiedliche Methoden der Linsenimplantation sowie entsprechende Linsenimplantate angewendet. Im Gegensatz zu Augenlaser-Operationen, die in der Regel bei geringeren bis mittleren Fehlsichtigkeiten helfen, korrigieren Linsenimplantationen auch extreme Sehschwächen mit hohen Dioptrien-Werten und können sogar bei dünner Hornhaut, Alterssichtigkeit und Grauem Star angewendet werden. Daher sind Linsenimplantate eine Option für Patienten, bei denen ein Augenlaser-Eingriff aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Dabei unterscheiden die Experten zwischen zwei unterschiedlichen Behandlungsmethoden.

Methode #1 – Die eigene Linse wird durch eine Kunstlinse unterstützt.
Durch einen winzigen ca. 3 Millimeter großen Schnitt am Rande der Hornhaut wird die phake Intraokularlinse ambulant unter örtlicher Betäubung des Auges eingesetzt. Die Linse (auch ICL oder pIOL genannt) wird durch den Schnitt in die obere Hornhautgewebeschicht eingeführt und genau vor der eigenen, natürlichen Linse platziert. So wird die körpereigene Linse unterstützt. Und die einfallenden Lichtstrahlen werden wieder richtig auf der Netzhaut gebündelt, sodass man wieder scharf sieht und die Sehschwäche korrigiert ist. Die Linse verbleibt dauerhaft im Auge und ist weder sichtbar noch zu spüren.

Methode #2 – Die eigene Linse wird durch eine Kunstlinse ersetzt.
Der operative Linsenaustausch ist eine der am häufigsten angewandten Behandlungsmethoden und wird ebenfalls ambulant unter örtlicher Betäubung des Auges durchgeführt. Auch hier wird zunächst ein minimaler etwa 3 mm langer Schnitt am Rand der Hornhaut durchgeführt. M mit einem Laser oder mittels Ultraschalls die natürliche Augenlinse zerkleinert und anschließend entnommen. Im folgenden Schritt wird eine Kunstlinse an Stelle der körpereigenen Linse eingesetzt und dabei wird zwischen folgenden aphaken Linsenimplantaten unterschieden:

  • Monofokallinsen (für einen scharfen Sehbereich in der Nähe oder Ferne bzw. Mitteldistanz)
  • Multifokallinsen (für scharfe Sehbereiche in der Nähe und Ferne – je nach Ausführung zusätzlich für Mitteldistanzen)

Die durch Einsatz einer Kunstlinse wiedergewonnene Sehkraft bleibt lebenslang stabil und eine Erkrankung an Katarakt (Grauer Star) wird ebenfalls verhindert.

Linsenimplantate – Das sind die Unterschiede auf einen Blick.

Refraktiver Linsenaustausch

  • Linsenart: Aphake Linsen:
    monofokal, multifokal oder torisch
  • Anwendungsbereich: Kurzsichtigkeit von -6,00 bis -25,00 Dioptrien
    Weitsichtigkeit bis +14,00 Dioptrien
    Hornhautverkrümmung bis +12,00 Dioptrien
    Behandlung von Alterssichtigkeit möglich
    Normal dicke oder dünne Hornhaut
    Behandlung von Hornhautverkrümmungen
    Behandlung von Grauem Star
  • Behandlungsdauer: ca. 30 Minuten
  • Heilungsdauer: 3-7 Tage mit 100 % Sehkraft innerhalb von 4 Monaten
  • Vorteile: Alle Korrekturen von Sehfehlern möglich (inklusive Alterssichtigkeit)
    Kein Grauer Star nach Behandlung mehr möglich

Implantierte Kunstlinsen

  • Linsenart: Phake Linsen:
    Intraokularlinsen IOL
  • Anwendungsbereich: Kurzsichtigkeit von -6,00 bis -23,00 Dioptrien
    Weitsichtigkeit bis +14,00 Dioptrien
    Hornhautverkrümmung bis +6,00 Dptr.
    Keine Behandlung von Alterssichtigkeit
    Normal dicke oder dünne Hornhaut
    Behandlung von Hornhautverkrümmungen
    Keine Behandlung von Grauem Star
  • Behandlungsdauer: ca. 15 Minuten
  • Heilungsdauer: 3-7 Tage mit 100 % Sehkraft innerhalb von 2 Monaten
  • Vorteile: Behandlung ist reversibel und kombinierbar mit Augenlaserbehandlungen.
    Implantat zusätzlich zur eigenen Linse ist unsichtbar und nicht spürbar.
Die angegebenen Werte in dieser Übersicht entsprechen erhobenen Durchschnittswerten und können individuell variieren.

Linsenimplantation – Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Wie bei jeder medizinischen Operation müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein, um ein optimales Behandlungsergebnis erzielen zu können. Neben der allgemeinen, körperlichen Konstitution wird durch einen Augenarzt insbesondere das jeweilige Auge eingehend untersucht, sodass mittels der fundierten medizinischen Diagnose der Facharzt für Augenheilkunde die passende Therapieform feststellen kann.

Darüber hinaus gibt es diese Indikationen und Voraussetzungen für Linsenimplantationen:

  • Kurzsichtigkeit (Myopie): ca. -6 bis -25 Dioptrien
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie): ca. +3 bis maximal +14 Dioptrien
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus): ca. bis 6 oder 12 Dioptrien mit gleichzeitiger Kurz-/Weitsichtigkeit
  • Mindestens 18 Jahre alt sein
  • Stabile Dioptrienwerte seit mindestens 1 Jahr
  • Keine chronischen Augenentzündungen oder Augenerkrankungen
  • Keine Schwangerschaft und Stillzeit während der Behandlungszeit
  • Keine Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus Typ II) oder rheumatische Erkrankungen

Ablauf – So verläuft eine Linsenimplantation.

Ähnlich wie eine Augenlaser-Behandlung wird auch eine Linsenimplantation durchgeführt. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen ambulanten Eingriff und ist dank örtlicher Tropfbetäubung nahezu schmerzfrei. Das sind die vier Schritte einer refraktiven Linsenoperation:

1. Schritt: Voruntersuchung
Bei der eingehenden Voruntersuchung durch einen spezialisierten Facharzt der Augenheilkunde werden durch Einsatz verschiedener Diagnosetechniken beide Augen einzeln untersucht. Dabei wird nicht nur die Eignung für einen refraktiven Eingriff sichergestellt, sondern eine präzise Diagnose erstellt, die entscheidend für das Operationsergebnis ist.

2. Schritt: Beratungsgespräch
In einem folgenden und ausführlichen Beratungsgespräch erhalten Sie alle Informationen zu der Linsenimplantation. Der behandelnde Facharzt klärt Sie persönlich über den Eingriff auf und die verschiedenen Arten an künstlichen Linsen. Ebenfalls erhalten Sie wichtige Informationen zu den persönlichen Risiken der OP und des absehbaren Heilungsverlaufs.

3. Schritt: Behandlung
Die Linsenoperation selbst wird ambulant durchgeführt und dauert in der Regel nur ungefähr 20 Minuten pro Auge. Das Auge wird durch Tropfen betäubt, sodass die OP schmerzfrei durchgeführt werden kann. Mit einem winzigen Schnitt am Hornhautrand wird entweder die künstliche Linse über die eigene gelegt oder die Kunstlinse wird als Ersatz der eigenen Linse eingesetzt.

4. Schritt: Nachsorge
Eine Linsenimplantation ist ein intraokularer Eingriff, da der Operateur mithilfe von Instrumenten eine Kunstlinse in das Auge implantiert. Damit ist der Eingriff komplexer als das Augenlasern und die Nachsorge ist besonders wichtig. Die erste Nachsorgeuntersuchung ist Behandlungstag bzw. am Folgetag der OP und weitere Nachkontrollen werden regelmäßig durchgeführt, um postoperative Komplikationen zu vermeiden.

Vorbereitung – Das muss vor einer Linsenimplantation beachtet werden.

Bei einer Linsenoperation ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein optimales Behandlungsergebnis die intensive Voruntersuchung durch den behandelnden Augenarzt. Die präzise Vermessung des Auges und das Erfassen von wichtigen Parametern erlauben dem Facharzt die Ermittlung, der für Sie persönlich geeigneten Behandlungsmethode und der optimalen Kunstlinse.

Die Deutsche Kommission für refraktive Chirurgie (KRC) hat in ihren Richtlinien festgelegt, dass vor jedem Eingriff zur Korrektur eines Sehfehlers folgende Untersuchungen durchgeführt werden sollen:

  • Videokeratoskopie
  • Hornhaut-Topographie
  • Augeninnendruckmessung
  • Messung der Pupille im Dunkeln (0,05-50 Lux)
  • Messung und Analyse des Hornhaut-Endothels
  • Messung der Augapfellänge (Achsen-Biometrie)
  • Ausschluss medizinischer Risiken und Kontraindikationen
  • Messung der Stärkenunterschiede beider Augen (Anisometropie)
  • Untersuchung der vorderen und hinteren Augenabschnitte inkl. Netzhaut
  • Messung der Vorderkammertiefe (Abstand zwischen Hornhaut und Linse)
  • Analyse des Vorderabschnitts mittels eines 3D-Verfahrens (z.B. Scheimpflug)

Auf Basis dieser wichtigen Voruntersuchungen werden Sie durch Ihren behandelnden Augenarzt detailliert über alle vorbereitenden Maßnahmen zu Ihrer Linsenoperation persönlich informiert. Darüber hinaus geben wir Ihnen einige Anhaltspunkte an die Hand, die zur Vorbereitung einer Linsen-OP wichtig sein könnten:

  • Besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, welche Medikamente Sie am OP-Tag einnehmen dürfen.
  • Am Operationstag sollten Sie kein Parfum/Rasierwasser, keine alkoholhaltigen Deodorants und kein Make-up verwenden.
  • Klären Sie mit Ihrem Facharzt, wie sich das Tragen von harten und weichen Kontaktlinsen vor der OP verhält.
  • Planen Sie ein, dass Sie nach dem Eingriff kein Auto fahren dürfen.

Nachsorge – Das sollten Sie nach einer Linsenchirurgie beachten.

Nach jeder Augenoperation ist eine gründliche ärztliche Betreuung wichtig und auch bei der Linsenoperation ist die Nachsorge ein äußerst wichtiger Bestandteil für ein optimales Behandlungsergebnis. In der Regel findet die erste Nachuntersuchung bereits spätestens am Tag der Operation statt und weitere Nachsorgetermine werden in zeitlich festgelegten Abständen wie eine Woche, einen Monat und drei Monate nach dem operativen Eingriff stattfinden. Dabei kontrolliert der Augenarzt die Wundheilung und den Operationserfolg, sodass postoperative Komplikationen weitestgehend vermieden werden können.

Für den optimalen Heilungsverlauf sind die Folgetermine bei Ihrem behandelnden Augenarzt sehr wichtig und sie sollten unbedingt wahrgenommen werden. Grundsätzlich verbessert sich die Sehleistung der meisten Patienten schon am Tag nach der Operation und die volle Sehleistung wird für gewöhnlich innerhalb von vier bis sechzehn Wochen nach der Behandlung erreicht. Falls jedoch unerwartete Probleme auftreten, wie z. B. eine plötzliche starke Verschlechterung des Sehvermögens oder auch andauernde Schmerzen am frisch operierten Auge, dann sollten Sie Ihren Arzt umgehend kontaktieren.

Ergebnisse – Welche neuen Chancen ergeben sich mit einem Linsenimplantat?

Endlich wieder scharf sehen trotz hoher Fehlsichtigkeit oder bei einer Erkrankung an Grauem Star – das machen diese sehr kleinen Linsenimplantate möglich. Selbst wenn eine Augenlaserbehandlung nicht durchführbar sein sollte, so können Korrekturen von gravierenden Sehschwächen mit einem Einsatz von Kunstlinsen behandelt werden, sodass Betroffene zukünftig auf Brille & Co. verzichten können.

Refraktive Linsenoperationen zählen zu den am häufigsten durchgeführten Standardeingriffen in der Augenheilkunde. Aus diesem Grund sind die Verfahren äußerst standardisiert und sicher. Sie bieten eine zuverlässige Alternative, um selbst bei sehr hohen Dioptrien-Werten und dünner sowie verkrümmter Hornhaut die volle Sehkraft wiederzuerlangen. Da während der Linsenimplantation kein Gewebe abgetragen werden muss, erfolgt die Heilung des winzigen Schnitts am Rande der Hornhaut schnell und komplikationslos.
Die modernen Linsenimplantate, die zusätzlich auf die natürliche Linse gelegt werden, sind besonders dünn und lassen sich individuell auf das Auge anpassen. Sie sind nicht zu spüren und von außen können Dritte die sicher im Auge platzierten Kunstlinsen nicht sehen. Bei einem Linsentausch steht ein breites Spektrum an Kunstlinsen zur Verfügung, die auf verschiedene Wünsche und Ansprüche eines Patienten angepasst werden können. Da die innovativen Kunstlinsen über eine hervorragende Bioverträglichkeit verfügen, können sie ohne Weiteres ein Leben lang einen zuverlässigen Dienst leisten.

Risiken – Welche Komplikationen oder Nebenwirkungen gibt es?

Als ein Standardeingriff ist eine Linsenoperation eine der häufigsten operativen Eingriffe in der Augenchirurgie. Und insgesamt ist das Risiko, dass durch die refraktive Operation Komplikationen oder Nebenwirkungen auftreten, sehr gering. Über 99 Prozent der Behandlungen verlaufen reibungslos und die anschließenden Heilungsverläufe ebenfalls. Dennoch bestehen auch hier, wie bei jedem medizinischen Eingriff, gewisse Risiken.

So spüren einige Patienten kurz nach der Operation eine Art Fremdkörper-Gefühl im Auge, welches durch den kleinen Schnitt am Hornhautrand hervorgerufen wird und nach kurzer Zeit wieder aufhört. In seltenen Fällen besteht das Risiko (1:10.000) einer postoperativen Infektion, die gut durch entsprechende Medikamente behandelt werden kann. Ebenfalls sehr vereinzelt kann ein vorübergehender Anstieg des Augeninnendrucks vorkommen sowie eine Durchblutungsstörung der Netzhaut oder eine Kapselruptur. Vorübergehende Blendungen und Halos können je nach Linsentyp ebenfalls bei Dämmerung und Dunkelheit auftauchen, die sich nach einer gewissen Zeit wieder geben.

Weiterhin kann bei der Behandlung eines Grauen Stars ein sogenannter Nachstar entstehen. Falls Teile der Linsenkapsel während des Linsenaustauschs als Stützstruktur im Auge belassen werden, kann es hier zu einer feinen Trübung kommen. Diese wird als Nachstar bezeichnet. Dank der modernen Heiltechnik in der Augenheilkunden kann ein Nachstar ohne Betäubung mit einem YAG-Laserstrahl beseitigt werden.

Kosten – Wie viel kostet eine Linsenchirurgie?

In der Regel sind die Kosten für eine Linsen-OP höher als bei einer Augenlaserbehandlung. Das liegt zum einen daran, dass der Eingriff komplexer und aufwendiger ist. Zum anderen machen die Linsenimplantate selbst schon einen großen Teil der Operationskosten aus. Aus diesem Grund sind allgemeine Kostenangaben für eine Linsenimplantation immer nur eine Orientierung, da verschiedene Faktoren die Preisstellung beeinflussen.

Daher lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Kosten einer Linsenchirurgie sich nach der Art der Behandlung, der Wahl der implantierten Kunstlinse und den persönlichen körperlichen Voraussetzungen und Wünschen des Patienten richten. Ebenfalls werden durch Ihren behandelnden Augenarzt häufig auch weitere Leistungen in den Gesamtpreis der Behandlung mit eingerechnet, wie z. B. Beratungsgespräche, Voruntersuchungen und die entsprechenden Nachsorgetermine.

Kostenübernahme – Werden Kosten für eine Linsen-OP von der Krankenkasse übernommen?

Für Privatversicherte empfiehlt sich auf jeden Fall die Nachfrage bei ihrer Krankenkasse, denn einige private Krankenversicherungen übernehmen ganz oder teilweise die Kosten für eine Linsenimplantation. Der Antrag auf Kostenübernahme kann nach der ärztlichen Voruntersuchung erfolgen, sobald alle Details der Linsenoperation geklärt sind und der behandelnde Augenarzt einen entsprechenden Kostenvoranschlag ausgestellt hat.

Dahingegen übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel nur die Kosten im Falle einer Augenerkrankung, wie beispielsweise die Behandlung des Grauen Stars. Hier kann die Rechnung, die nach Beendigung der Behandlung ausgestellt wird, zur möglichen Kostenerstattung bei der Krankenkasse eingereicht werden.

Linsenimplantation in Deutschland – Wie finde ich einen spezialisierten Augenarzt?

In der modernen Augenheilkunde haben heute chirurgische Eingriffe an der Linse den größten Anteil und allein Kataraktoperationen (dem Linsenaustausch bei Grauem Star) werden in Deutschland laut erhobenen Daten des Berufsverbands der Augenärzte e. V. rund 800.000 Mal in einem Jahr durchgeführt.

Der Routineeingriff wird durch qualifizierte sowie spezialisierte Augenärzte durchgeführt. Erfahrene Augenchirurgen führen jährlich mindestens 500 Operationen durch und entsprechende Mitgliedschaften, wie z. B. im „Bund Deutscher Ophthalmochirurgen“ (BDOC), weisen die Expertise eines Spezialisten in refraktiver Chirurgie nach.

Sowohl spezialisierte Augenkliniken als auch Augenärzte bieten das gesamte Spektrum der verschiedenen Linsenoperationen an – meist neben dem kompletten Portfolio an gängigen Augenlaser-Behandlungen. Daher ist es durchaus vorteilhaft, wenn ein Operateur nicht nur auf ein Verfahren spezialisiert ist, sondern seinen Patienten eine umfangreiche Bandbreite der medizinisch operativen Korrektur von Sehfehlern bieten kann.

Fazit – Künstliche Linsen für einen scharfen Blick in die Zukunft

Nicht jeder Patient kann aufgrund von medizinischen Kontraindikationen seine Fehlsichtigkeit durch eine refraktive Augenlaser-Behandlung korrigieren lassen. Es können die Art und Stärke der Fehlsichtigkeit, die Dicke sowie Beschaffenheit der Hornhaut oder auch weitere persönliche anatomische oder allgemein medizinische Gründe gegen eine Laser-OP sprechen. Als eine ausgezeichnete und moderne Alternative bietet sich die refraktive Linsenimplantation an. Dabei können zusätzlich zur eigenen Linse implantierbare Kontaktlinsen (ICL) eingesetzt werden oder es wird die körpereigene Linse durch eine Kunstlinse ausgetauscht.

Welche Methode die passende für Sie persönlich ist, wird Ihr behandelnder Augenarzt nach einer eingehenden Voruntersuchung feststellen und gemeinsam mit Ihnen besprechen. In jedem Fall bietet die Linsenimplantation ein breites Spektrum an verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Linsenmodellen, sodass Korrekturen in einem sehr großen Bereich von Fehlsichtigkeiten möglich sind.